Förderverein erhält zweiten Preis im Wettbewerb „Westfalen bewegt“

Geseke/Münster. Fünf Jahre nach dem Startschuss ist der „Tischtennis-Förderverein Senioren für
Junioren Geseke“ am Ziel: Am 28. August wird eine Sporthalle eröffnet, die komplett mit Spenden
und ehrenamtlicher Arbeit entstanden ist. Ausgangspunkt war ein abgelehnter Bürgerantrag. „Vie-
lerorts fehlt den Städten und Gemeinden das Geld, um in den Erhalt oder Neubau von Sportanla-
gen zu investieren. Sieben Gründer haben sich davon nicht demotivieren lassen.

Überzeugt von der Notwendigkeit einer neuen Halle haben sie den Förderverein ins Leben gerufen und sich auf den langen Weg gemacht, soviel Geld aufzutreiben, dass der Nachwuchs eine neue Halle erhält.
Das ist beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement“, begründet Dr. Eberhard Christ, Geschäfts-
führer der Westfalen-Initiative, warum deren Jury dieses Projekt mit einem zweiten Preis im dies-
jährigen Wettbewerb „Westfalen bewegt“ ausgezeichnet hat.
„Die Hälfte der Leute geht mir inzwischen auf der Straße aus dem Weg“, schmunzelt Initiator Wolf-
gang Schmidt. Unermüdlich hat er zusammen mit seinen Mitstreitern bei Gott und der Welt für die
Sache geworben und um tatkräftige Unterstützung gebeten. Die Hartnäckigkeit führte zum Ziel.
Spätestens als drei Jahre nach dem Startschuss genug Geld „erbettelt“ war, in einem Gewerbege-
biet eine ehemalige Sargfabrik zu kaufen, verstummten fast alle Kritiker, die von „Spinnerei“ und
einem „undurchführbaren Vorhaben“ gesprochen hatten.
Die 750 Quadratmeter große Industriehalle war zwar noch gut in Schuss. „Um aber den Bedürfnis-
sen der Sportler gerecht zu werden, musste die Sargfabrik umgebaut werden. Die Außenanlagen
wurden gerodet. Es fehlten Toiletten, Duschen, Umkleideräume, Lichtanlage, Heizung und An-
strich. Ein nicht benötigter Trakt in der Halle wurde abgerissen“, verdeutlicht Schmidt, dass es mit
dem Erwerb nicht getan war. Nachdem in Bremen die Europameisterschaft der Tischtennis-
Senioren beendet war, konnte der Förderverein den dort eigens verlegten fernsehgerechten
Sportboden günstig kaufen. Er griff zu. Per Fernwärme-Leitung wird die Hackschnitzel-Heizung
eines benachbarten Industriebetriebes angezapft. Ebenfalls eine kostengünstige Lösung.
Ausdauer und Kreativität haben sich ausgezahlt. Das erkennt auch Bürgermeister Dr. Remco van
der Velden unumwunden an. Längst ist er vom außenstehenden Beobachter zu einem der inzwi-
schen 77 Fördervereins-Mitglieder geworden. „Was hier entstanden ist, haben vor fünf Jahren nur
wenige für realisierbar gehalten. Das Ergebnis zeigt, dass ehrenamtlicher Einsatz enorm viel be-
wegen kann. In diesem Fall schafft er eine Zukunft für junge Sportler, die sonst nicht möglich ge-
worden wäre“, würdigt van der Velden das außergewöhnliche bürgerschaftliche Engagement. Und
mit einem Geldbetrag trägt die Stadt dazu bei, dass rechtzeitig zur Einweihung der Halle neue
Tischtennis-Platten angeschafft werden. Damit schließt sich am 28. August, dem 65. Geburtstag von Wolfgang Schmidt der Kreis.
Denn exakt fünf Jahre zuvor, wurde der Förderverein gegründet. So ganz am Ziel aber sieht sich der
Initiator dennoch nicht. Zwei 25.000 Euro-Spenden, einmal 10.000 und etliche 5.000 Euro-
Spenden sowie eine Vielzahl von kleineren Beträgen sind eingeworben worden. Nur das Platin-
Sponsoring ist noch nicht vergeben: Für 50.000 Euro wird die Tischtennis-Arena nach dem Spen-
der benannt. „Deshalb heißt sie vorläufig nur ,Sporthalle Alte Sargfabrik´“, erklärt Schmidt. Mit dem
Betrag könnte dann das Darlehen abgelöst werden, das auf dem insgesamt 300.000 Euro teuren
Projekt lastet. „Sonst muss ich noch zwei Jahre weitermachen. Denn ich höre nicht auf, bevor die
Halle schuldenfrei ist“, betont er. Angesichts dieser Herausforderungen ist zugleich klar, wofür die
5.000 Euro Preisgeld der Westfalen-Initiative verwandt werden.
Mit seinem Ansatz erfüllt das Projekt alle wesentlichen Kriterien des Wettbewerbs „Westfalen be-
wegt“. Der war in diesem Jahr zum dritten Mal ausgeschrieben. Er richtet sich an Gruppen in
Westfalen, die in nachahmenswerter Weise die Gestaltung der Zukunft selbst in die Hand nehmen
und nicht allein auf staatliche oder bereits institutionalisierte Hilfe bauen. Dieses beispielhafte bür-
gerschaftliche Engagement fördert die Westfalen-Initiative in 2015 im Einzelfall mit bis zu 10.000
Euro. Insgesamt stehen in diesem Jahr 35.000 Euro zur Verfügung.

Quelle:www.westfalenbeweger.de  (Juli 2015)

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